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Firmung

«Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist ...»
Römerbrief 5,5b

Firmvorbereitung und Firmalter im Umbruch

Die Firmvorbereitung in Deutschfreiburg befindet sich in einem Umbruch. Im Juni 2009 wird in der Pfarrei Tafers das letzte Mal die Firmung in der 6. Klasse gespendet. Die kommenden Firmlinge werden die Firmung am Ende der obligatorischen Schulzeit, in der 3. OS empfangen. Mit Ausnahme von Alterswil gilt dies für alle Pfarreien der SE Sense Mitte, sowie auch für die Pfarreien der Stadt Freiburg, die Pfarreien von Murten/Kerzers, die Pfarreien der Seelsorgeeinheit Schmitten-Wünnewil/Flamatt-Ueberstorf. Die Pfarreien Düdingen-Bösingen/Laupen firmen im Alter von 18 Jahren. Das Oberland und die Pfarrei Alterswil firmen derzeit noch in der 6. Klasse.

Mehr dazu, was die Firmung eigentlich bedeutet und weshalb wir neu am Ende der 3. OS firmen, finden Sie hier.

Firmvorbereitung in Tafers

Grundanliegen

Firmvorbereitung konkret

In Tafers werden die Firmlinge zusammen mit den Firmlingen der Seelsorgeeinheit Sense Mitte (Heitenried, St. Antoni, St. Ursen, ohne Alterswil) auf die Firmung vorbereitet.

Zeitplan für die Einführung des neuen Firmmodells

Ein Wort zum Schluss

Es gibt kein Patentrezept! Auch wenn wir uns auf diesen neuen Weg einlassen, bedeutet dies nicht, dass alle unsere Jugendlichen sich für den Glauben entscheiden werden und unsere Jugendarbeit und unser Pfarreileben an Lebendigkeit gewinnen. Glaube ist Gnade - ein Geschenk - er lässt sich nicht machen. Was wirklich geschieht im Herzen eines Menschen, das haben wir zum Glück nicht in der Hand. Dennoch wollen wir das uns Mögliche dazu beitragen, damit die jüngere Generation das Geschenk des Glaubens entdecken und Gott näher kennenlernen kann.

«Als aber die Güte und Menschenliebe Gottes, unseres Retters, erschien,
hat er uns gerettet - nicht weil wir Werke vollbracht hätten, die uns gerecht machen können,
sondern aufgrund seines Erbarmens -
durch das Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen Geist.
Ihn hat er in reichem Mass über uns ausgegossen durch Jesus Christus, unseren Retter,
damit wir durch seine Gnade gerecht gemacht werden und das ewige Leben erben, das wir erhoffen. Dieses Wort ist glaubwürdig und ich will, dass du dafür eintrittst,
damit alle, die zum Glauben an Gott gekommen sind,
sich nach Kräften bemühen, das Gute zu tun.
So ist es gut und für alle Menschen nützlich.»
Titusbrief 3,4-8


Wann ist aus theologischer Sicht der richtige Zeitpunkt zur Firmung?

Eigentlich gehören die beiden Sakramente Taufe und die Firmung zusammen. Sie gehören zu den drei Initiationssakramenten (Einführungssakramenten).

In der Taufe erfährt das Kind: Ich bin von Gott geliebt und angenommen, so wie ich bin. Er erlöst mich und nimmt mich auf in seine Familie und zwar als Geschenk, einfach weil es mich gibt. In der Taufe sagt Gott zum Menschen JA.

In der Firmung erfährt der Mensch, dass Gottes Liebe freiwillig ist. Gott zwingt niemanden in eine Beziehung zu ihm, er lädt ein. Dementsprechend ist es in der Firmung der Mensch, der auf das JA Gottes zu ihm antwortet und nun ebenfalls zu Gott JA sagt: „Ja, ich möchte deine Liebe annehmen, ich möchte mein Leben mit dir teilen, ich möchte zu dir gehören." Öffnet sich der Mensch innerlich für Gott, dann kann der Heilige Geist „in ihm wohnen" (Bibel, 1. Korintherbrief 3,16).

Früher wurde die Taufe an Erwachsene gespendet. Nach der Taufe (Gottes JA zum Menschen) folgte sogleich die Firmung (das JA des Menschen zu Gott). Anschliessend wurde dies besiegelt in der Eucharistie (Erstkommunion!), welche auch eine Aufnahme in die Familie Gottes, in die Kirche mitenthält.

Heute spenden wir die Taufe vor allem an Säuglinge. Da in diesem Alter ein JA des Säuglings zu Gott noch nicht möglich ist, muss die Firmung zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

Dieser Zeitpunkt war in Deutschfreiburg während einigen Jahrzehnten die 5./6. Klasse. Angesichts des veränderten Lebens- und Glaubensumfeld, sind viele Schweizer Pfarreien und teilweise ganze Bistümer (Beispiel St. Gallen), dazu übergegangen, die Firmung nicht mehr an Kinder, sondern an Jugendliche zu spenden.

Im Gespräch mit Personen, die seit Jahren Jugendliche firmen, hört man oft: «Ihr vergebt euch eine Chance, mit den Jugendlichen nochmals ins Gespräch zu kommen, wenn ihr sie mit 12 Jahren firmt.»

Diese Chance ist in erster Linie eine Chance für den einzelnen Menschen, dessen Leben durch eine persönliche Beziehung zu Gott an Weite und Tiefe gewinnt. Auch uns wurde einst dank des Zeugnisses von anderen der Weg zum Glauben eröffnet. Dieses Geschenk, dass wir dadurch empfangen haben, möchten wir auch anderen zugänglich machen. Ja, wir schulden es den Kindern und Jugendlichen, das uns Mögliche zu tun, damit sie den Glauben entdecken und ihre persönliche Beziehung zu Gott vertiefen können.

Mit der Wahl des höheren Firmalters (15/16 Jahre) und der veränderten Firmvorbereitung (schwerpunktmässig ausserschulisch und 3 Jahre dauernd) möchten wir das uns Mögliche tun, der jungen Generation den Glauben auf eine dem veränderten Lebensumfeld angepassten Weise anzubieten.

Welcher Zeitpunkt empfiehlt sich aus entwicklungspsychologischen Gründen?

Warum jedoch ausgerechnet mitten in der Pubertät? Einerseits war die Wahl des höheren Firmalters insofern vordefiniert, als die Altersgrenze 3. OS durch den Bischof gesetzt wurde. Andererseits lässt sich die Wahl des Firmalters 15 jedoch auch mit psychologischen Aspekten begründen:

a) Sakramente müssen an existentielle Erfahrungen anknüpfen, um verankert zu sein.

Früher wurde der Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen durch Übergangsrituale erleichtert. Heute passiert das Erwachsenwerden im Verlauf eines grossen Zeitraums. Das Ende der obligatorischen Schulzeit und damit für viele der Einstieg in die Berufswelt ist insofern ein sehr deutliches, gesellschaftlich und biographisch einschneidendes Ereignis auf dem Weg zum Erwachsensein, eine existentielle Erfahrung, an die das Sakrament der Firmung anknüpfen kann.

b) Die Firmung in der 9. Klasse kann Orientierung bieten in einer verwirrenden Lebensphase und ein wichtiges Übergangsritual sein.

Pastoral/kirchlich: Die Firmung kann so gestaltet werden, dass sie ein bleibendes Erlebnis bleibt, das im späteren Leben trägt. Die Menschen, die bereit sind, sich mit den Jugendlichen zu reiben, die sich auf sie einlassen, auch wenn sie schwierig sind, sind diejenigen, die den Jugendlichen am meisten in Erinnerung bleiben. Darauf kann später aufgebaut werden. Es wäre eine Möglichkeit, dass Jugendliche die Pfarrei auf sympathische Weise erfahren können, als eine Gemeinschaft, die da war für sie, als sie sie brauchten.

Diakonisch: als Hilfe zum Leben. In der OS-Zeit sind wichtige Entscheidungen zu treffen (Berufswahl). Hilfsangebote ausserhalb der Familie sind erwünscht. Jugendliche suchen vermehrt Kontakte ausserhalb der Klasse, der Familie, des Dorfes.

Subjektorientiert: auf die einzelne Person zugeschnitten. Die Moralische und religiöse Entwicklung kann ausserschulisch besser gefördert werden als ausschliesslich innerhalb des Schulrahmens.

Mystagogisch: als Möglichkeit, Gotteserfahrungen zu machen. Dies setzt voraus, dass möglichst wenig Gruppendruck vorhanden ist, was sich fast nur ausserschulisch realisieren lässt.

Kirchlich: Gemeindeaufbau/Pfarrei: Die Firmung in der 9. Klasse könnte ältere und jüngere Ehrenamtliche und junge Erwachsene befähigen zu einem eigenen Engagement in der Kirche (Möglichkeit zur Förderung von JugendleiterInnen bzw. von Begleitern von jüngeren Jugendlichen). Dabei machen beide wichtige Erfahrungen - die JugendleiterInnen und die Jugendlichen!